KARL-AMBERG-MITTELSCHULE

Alzenau

Schulleben 2016/17


„Widerstand oder Widerstehen“

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Autorenlesung an der Karl-Amberg Mittelschule
Am Freitag, 31.03.2017 stellte Roman Grafe das Buch „Die Schuld der Mitläufer – Anpassen oder Widerstehen in der DDR“ bei den 10. Klassen der Karl-Amberg Mittelschule in Alzenau vor. In dem Buch, das Roman Grafe herausgegeben hat, werden persönliche Geschichten von Menschen (z. B. Wolf Biermann, Karl Corino…), die in der ehemaligen DDR lebten, erzählt.

Zunächst konnten die Schüler ihre Vorstellung von einem Mitläufer äußern und sich über die Begriffe „Widerstand“ und „Widerstehen“ klar werden.
Dabei wurde ihnen bewusst, dass Widerstand ein aktives „gegen den Strom schwimmen“ ist. Dazu benötigt man sehr viel Mut und Selbstbewusstsein, weil man dann mit Konsequenzen, z. B. in der DDR Gefängnis rechnen musste.

Etwas anderes bedeutet der Begriff „Widerstehen“. Damit ist mehr ein „Stehen bleiben“ oder „Nein-Sagen“ gemeint. Die Menschen, die sich in der DDR als regimetreu erwiesen haben, ließen es sich gut gehen und haben sich mit der System arrangiert. Im Gegenzug dazu haben die Menschen, die zu dem System und seinen „Verlockungen“ Nein gesagt haben, Nachteile in Kauf nehmen müssen, wie kein Studienplatz, kein staatlicher Ostsee-Urlaubsplatz usw.

Wenn mehr Menschen dem System widerstanden hätten, dann hätte die Diktatur der DDR nicht ein so lange Zeit existiert.

Für uns heute könnte dies bedeuten auch einmal Nein zu sagen bei den Verlockungen des Wohlstands und sich nicht still und uninteressiert in unserer modernen Gesellschaft einzurichten, sondern sich einzumischen und sich z. B. politisch zu engagieren in Wahlen; Gruppen oder Parteien.

Roman Grafe verdeutlichte dies an Geschichten, die ihm besonders wichtig waren.
Der Autor brachte mit seiner Lesung, die Schüler zum Nachdenken über die Geschehnisse in der DDR, weil es doch etwas ganz besonderes war, sie von einem Zeitzeugen authentisch erzählt zu bekommen.

(Lea, Emely, Matthias)
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