KARL-AMBERG-MITTELSCHULE

Alzenau

Schulleben 2016/17


Dokumentation über ein jüdisches Schicksal in der Karl-Amberg-Mittelschule

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Am 3. Mai informierte Martin Hahn aus Schöllkrippen die achten Klassen der Karl-Amberg-Mittelschule Alzenau über seine Recherchen zur Judenverfolgung in der Hitlerzeit. Besonders berührte ihn das Schicksal von Julius Neumann, der in Schöllkrippen aufwuchs, nach Würzburg heiratete und dort eine Kleiderfabrik führte. Seine Familie wurde in den 1930er Jahren boykottiert, 1938 wurde er verhaftet und in das KZ Buchenwald eingeliefert. Zwar gelang es ihm, dort zu entkommen, doch sein Versuch, über Kuba in die USA auszuwandern misslang, weil dort keine Flüchtlinge aufgenommen wurden. Das Schiff musste umkehren und Neumann wurde zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn nach Riga deportiert. Später wurde er in das KZ Dachau verschleppt, wo er an den unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen starb.
Nach einer Audio-Video-Präsentation, die sehr gut verständlich war, stellte sich Herr Hahn den Fragen der Schüler. Diese waren betroffen von seinen Schilderungen und merkten, wie intensiv er sich mit den Schicksalen auseinander gesetzt hatte. Unzählige Stunden hatte er in den Archiven und Konzentrationslagern verbracht, um möglichst viel über Julius Neumann und seine Familie herauszufinden. Die Schüler ermunterten Herrn Hahn, diese persönliche Geschichte in möglichst vielen Klassen zu erzählen..
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